„Pfadis“ trotzten dem Regen

[inspic=1914,right,fullscreen,200,:Artikel]Ein erlebnisreiches Sommerlager liegt hinter den 77 Kindern, Jugendlichen und Leitern der Pfadfinder aus Lüdinghausen und Olfen. Zwei Wochen lang hatten sie ihre Zelte nahe des Ortes Rückholz im Ostallgäu auf 850 Meter Höhe und in Sichtweite der Alpen aufgeschlagen.

Mit Beginn des Lagers hatten die Pfadfinder mit schlechtem Wetter zu kämpfen. Regen sollte sie fast die kompletten zwei Wochen begleiten. Deshalb ging es für die Kinder schon in den ersten Tagen in ein nahe gelegenes Erlebnisschwimmbad. Die Tage, an denen es nicht ganz so viel regnete, wurden für Programmpunkte wie die Weltreise-Stafette (einem Postenlauf) oder den Hike (einer zweitägigen Wanderung) genutzt, bei dem in Kleingruppen das bergige Ostallgäu erkundet wurde.

[inspic=1912,left,fullscreen,200,:Artikel]Die Stimmung bei den Kindern und Leitern war trotz des Wetters durchweg gut. Im Laufe der Zeit hatten sie gelernt, den Regen zu ignorieren. Trotz Regens spielten sie in entsprechender Kleidung beispielsweise Fußball und hielten sich zum Spielen nicht nur in den Gemeinschaftszelten auf. Bei einem Fußballturnier traten unter anderem Mannschaften wie „FC Bad Tzelona“, „Lokomotive Rückholz“ oder „FC Watten Mond“ gegeneinander an.

Während des ganzen Lagers waren wetterbedingt auch Gesellschafts- und Brettspiele sehr beliebt. Ein Spiel fehlte jedoch in der mitgebrachten Spielekiste: „Paschi Paschi“ („Mensch ärgere dich nicht“). Also wurde kurzerhand ein Spielbrett aus Pappe mit Spielfiguren aus bemalten Schraubverschlüssen gebastelt und ein Würfel geschnitzt. Immer wieder konnte man den Ausruf „Paschi Paschi“ über den Lagerplatz schallen hören, wenn wieder eine Spielfigur geschmissen wurde.

Ein Bannerturm wurde traditionell ebenfalls errichtet. Natürlich blieben die Pfadfinder auch von „Überfällen“ anderer Gruppen, wie beispielsweise den Messdienern des benachbarten Dorfes, mehrfach nicht verschont. Das Banner konnte jedoch keine der Gruppen ergattern, was nicht zuletzt auf die „Gegenmaßnahmen“ zurückzuführen ist, wie Fallen oder dem selbst gebauten Katapult, mit dem die Spülwasserreste auf die Angreifer katapultiert werden sollten. Mit Humor nahmen die Pfadfinder auch den Konstruktionsfehler des Katapults hin, welcher das „Wurfgeschoss“ zum Teil nicht einmal einen halben Meter weit „fliegen“ ließ.

Am Wochenende gab es beim Workshop-Tag Angebote wie Miniaturlagerbauten aus Zahnstochern, Wanderungen zu den Burgruinen „Eisenberg“ und „Hohenfreyberg“, Spiele im Wald wie „Stratego“ oder „Lasse bunkern“, Haare stylen, Bögen für das Rollenspiel bauen, Jonglieren und vieles mehr.

Ein weiterer spannender und lustiger Programmpunkt war die Hüttengaudi mit vielen lustigen Spielen wie Käsesorten raten, Jodeln, Schuhplattlern, Maßkrugstemmen und Kühe melken, bei der anschließend die drei besten Kinder jeder Altersstufe geehrt wurden.

[inspic=1913,right,fullscreen,200,:Artikel]Der Höhepunkt der zweiten Lagerhälfte war ein Rollenspiel. Hierfür hatten sich die Kinder bereits zu Hause Verkleidungen für ihre Rolle als Magier, Kämpfer, Waldläufer oder Halunke gebastelt. Im Lager galt es dann, das Dorf „Trollhausen“ von einem großen, grünen, bösen Troll zu befreien, der es zuvor verzaubert hatte. Hierfür mussten sich die Kinder Teile eines Zauberspruchs erspielen oder erkämpfen. Der Troll konnte letztendlich tatsächlich besiegt werden, und alle verzauberten Dorfbewohner feierten beim zünftigen Spießbraten ihre Rückverwandlung zu normalen Menschen.

An den abendlichen Lagerfeuerrunden wurden Lieder gesungen und Stockbrot gebacken. Bei schlechtem Wetter konnten sich die Pfadfinder hierzu in die eigens dafür aufgestellte Feuerjurte verziehen, bei gutem Wetter wurde die „Openair Feuerstelle“ bevorzugt.

Ein weiteres Highlight für insgesamt sechs Pfadis, Rover und Leiter war der Aufstieg auf die „Große Schlicke“, einem nahe gelegenen Berg in den Allgäuer Alpen. Die sechs erklommen den 2060 Meter hohen Berg mit Kletterpartien und steilen Serpentinen in hohem Tempo. Nachdem sich die Gruppe während des Aufstiegs zunächst in den Wolken befand, wurde sie am Gipfelkreuz durch die schöne Aussicht auf die Stadt Füssen und das Schloss Neuschwanstein belohnt.

Die lokalen Wetterberichte während des Lagers, die immer halbwegs gutes Wetter versprachen, sollten sich als „Touristenfalle“ herausstellen. Gegen Ende des Lagers gab es dann doch noch zwei sonnige Tage, die die Pfadfinder für einen Ausflug in ein nahe gelegenes Freibad und einen trockenen Abbau der Zelte nutzten.

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Rocky

Ich bin Jungpfadfinderleiter im Stamm Lüdinghausen und seit über 25 Jahren Pfadfinder. Als Mitglied im Arbeitskreis "Jurtenburg" engagiere ich mich für ein eigenes Pfadfinder-Haus in Lüdinghausen. Ich war von 2000-2011 Stammesvorsitzender und von 2011-2014 Vorsitzender des DPSG Diözesanverbands Münster.

 

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